A cook’s mind – Einblick in die Seele & Töpfe von WHAT THE FOOD

Die Interviewreihe “A cook’s mind” startet mit den Kochakrobaten von WHAT THE FOOD. Der Gesundheitstempel von den beiden Gründerinnen Ekaterina Bozoukova und Nina Ruemmele auf der Kaiserstraße eröffnete erst vor einem Monat seine Pforten, jedoch sprechen sich jetzt schon die Nudeln aus Gemüsen, der Quinoa Salat und die gesunden Brownies rum!

Eins wurde mir beim Besuch des sehr hippen Ladens schnell klar: Die drei Köche, Sascha, Norman und Kevin, lassen viel Leidenschaft und Disziplin in ihre Arbeit einfließen ohne dabei verbissen zu wirken. Hier kommt die Kochphilosophie zum Lunch – meet Norman and Kevin im Interview.

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“erstaunlich, was man alles aus Essen machen kann”

Warum habt ihr euch damals für den Beruf Koch entschieden?

Kevin:  Zuerst habe ich notgedrungen Kochen lernen müssen – die Eltern waren beide arbeiten und auf Fertiggerichte hatte ich schon als kleiner Junge keine Lust! Somit ist der kleine Kevin neugierig in den Supermarkt gelaufen, hat eingekauft und anschließend gezaubert. Ich fand es erstaunlich, was man alles aus Essen machen kann – diese Vielfalt an verschiedenen Geschmäcken, Farben und Kompositionen. Später habe ich dann mein Hobby zum Beruf gemacht.

Norman: Bei mir war das etwas anders. Vor der Ausbildung  hatte ich bloß die Vermutung,  dass mir das Spaß machen könnte – zum Glück hat sich diese Vermutung bestätigt!

“Kochen ist weltweit eine einheitliche Sprache”

Was macht das Kochen für euch Besonders? 

Kevin: Kochen ist weltweit eine einheitliche Sprache. Ich könnte mich jetzt in den Flieger setzen und irgendwo anders kochen und damit meiner Leidenschaft nachgehen. Jedes Mal wenn ich in Deutschland oder im Ausland Essen gehe, plaudere ich auch gerne mal mit den Köchen und tausche Anregungen aus – viele sind sehr offen und lassen einen gerne in die Töpfe gucken. ich genieße diesen kreativen Austausch sehr.

Wie läuft so ein Einstellungsgespräch bei Köchen ab? Wie seid ihr bei What The Food gelandet?

Norman: Da der Laden noch nicht offen war, wurde ich nach einem ersten Gespräch zu einem Probekochen mit den zwei Gründerinnen bei Ekaterina Zuhause eingeladen. Sie hatten  Sachen wie Süßkartoffeln, Hähnchen und Sojasahne vorbereitet aus denen ich was kreieren sollte – das hat die beiden scheinbar überzeugt 😉

“Es muss schon beim Anblick schmecken”

Was ist eure Essensphilosophie und welches Verhältnis habt ihr zum Essen?

Kevin: Ich liebe Essen! Über den Geschmack und die reine Funktion als Energielieferant, muss für mich gutes Essen aber noch mehr können: Es muss schon beim Anblick schmecken und es muss frisch sein. In unserer schnelllebigen Zeit haben leider viele Menschen vergessen, wie gutes, frisches und gesundes Essen überhaupt schmeckt und aussieht!

Norman: Auch ich sehe Essen ganzheitlicher – alle Sinne sollten beim Essen angesprochen werden. Das ist ein Erlebnis, was man da kreiert.

“Ausprobieren! Nur so, kann man seinen eigenen Stil finden”

Welches Essen haben eure Eltern bei gemeinsamen Mahlzeiten gekocht – hat das euren Stil beeinflusst?

Kevin: Meine Mutter ist Spanierin, mein Vater Deutscher – es gab zu Hause sowohl Paella als auch Matjes! Mein Vater war immer sehr experimentell beim Kochen – was nicht immer vorteilhaft schmeckte, aber es hat wahrscheinlich auch mich dazu inspiriert viele Sachen auszuprobieren. Von Großküche und Hotel bis hin zu Club und sogar Altersheim war schon Einiges dabei…diese Erfahrungsvielfalt war mir wichtig. Heute weiß ich, dass Essen vor allem auch visuell aussagekräftig sein muss – in der Ausbildung hatte ich damals sogar Farbenlehre! Rate mal, warum grüner Ketchup jedes Mal scheitert?

Norman: Zu Hause kochte mein Vater immer nigerianisches Essen – viel Fleisch und verschiedene Gewürze. Optisch nicht gerade weltklasse, aber es schmeckte immer hervorragend. In der Ausbildung damals habe ich ebenfalls gelernt, wie wichtig auch das Visuelle beim Kochen ist – wenn etwas gut aussieht, weißt du schon, dass es auch gut schmecken wird.. Ansonsten heißt es viel Ausprobieren! Nur so, kann man seinen eigenen Stil finden.

“ES KOMMT SCHON MAL ÖFTER VOR, DASS ANGEHENDE KÖCHE VOM CHEFKOCH IN DAS KÜHLHAUS GEBETEN WERDEN”

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Was begeistert euch wenn ihr die Kochschürzen anlegt?

Kevin:  Gerade bei What The Food begeistert es mich, dass ich unseren Gästen neue Lebensmittel näher bringen kann. Viele laufen hier rein und können mit Quinoa zum Beispiel erst mal gar nicht anfangen!  Zudem freue ich mich, dass ich manche Gäste dazu motivieren kann, unsere Sachen auch mal nach zu kochen. Gut kochen ist wirklich nicht schwierig, solange man einige Basic versteht und einhält. Man braucht ein Verständnis davon, was man mit bestimmten Lebensmitteln machen darf und was nicht und welche Kombinationen funktionieren – fertig. Jeder, der gut funktionierende Sinne hat, kann kochen!

…und was nicht?

Kevin: Es kann schon mal sehr stressig sein – man arbeitet wirklich sehr viel in der Gastronomie und darunter leidet dann auch schon mal das eigene Privatleben. Auch die Ausbildung war nicht immer einfach – es kommt schon mal öfter vor, dass angehende Köche vom Chefkoch in das Kühlhaus  gebeten werden auf ein “ernstes Wort”!

Norman: Eine beliebte Strafe ist dann auch die Bio-Tonne zu reinigen oder Kartoffeln zu schälen! Hier bei What The Food gibt es noch eine Besonderheit – wir haben einige Gerichte mit “Zoodle Caroodle” – dünne Pasta aus Karotte und Zucchini…die Massen an Karotten und Zucchini die wir täglich durch die Nudelmaschine jagen, gleicht einem wahren work-out!

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…weil die Kunden die Harmonie schmecken!

Das erspare ich euch dann vielleicht beim nächsten Besuch! Woher schöpft ihr eure Inspiration?

Kevin: Wenn ich über den Markt schlendere und ein schönes Rinderfilet sehe, spielt sich in meinem Kopf eine Art Orchester ab – ich denke automatisch drüber nach, was ich damit anstellen kann! So formen sich vor meinem inneren Auge innerhalb von Sekunden mindestens 5-6 verschiedene Gerichte.

Norman: Bei mir ist das ähnlich – ich sehe Lebensmittel und mir fallen sofort Gerichte ein – wie bei einer Mind Map sehe ich Verbindungen zu anderen Lebensmitteln und möglichen Zubereitungsarten. Das kann ich nicht abstellen – die Inspiration springt also von selbst an, wenn ich Essen sehe.

Was macht ein gutes Restaurant aus?

Kevin: Ein gutes Team! Sowohl am Herd, als auch im Büro und im Service. Wenn  Inhaber, Köche und Kellner alle hinter dem Konzept stehen, sich gegenseitig unterstützen und Spaß bei der Arbeit haben – dann läuft auch der Laden rund, weil die Kunden die Harmonie schmecken! Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich hier um 6 Uhr reinlaufe und Norman’s breites Grinsen sehe! Auch Ekaterina und Nina kriegen schon mal einen individuell zubereiteten “Good Karma” Joghurt, wenn sie wieder viel um die Ohren haben. Das Essen hier schmeckt, weil das Team zusammenhält!

Habt ihr ein Vorbild?

Kevin: Gute Frage…ich finde Jamie Oliver gut.

Norman: Der Mann ist beeindruckend! Er bleibt nicht auf seiner Insel, sondern geht raus in die ganze Welt, holt sich aus allen Ecken der Welt Inspiration und experimentiert unglaublich viel! Sein Stil und seine Gerichte sind ein Mix aus verschiedenen Länderküchen. Er probiert Sachen einfach aus und wächst daran – das ist toll.

Kevin: Zudem ist es toll, was er mit den Schulen in England macht! Welches Kind ernährt sich schon gesund in der Schulkantine, bzw. hat überhaupt die Möglichkeit dazu? Er geht raus und bringt Kindern und Eltern bei, wie gesunde Ernährung aussieht und zeigt Schulkantinen gleichzeitig, wie man gesundes Essen zubereitet – er setzt am Problem an: der mangelnden Bildung über gesunde Ernährung!

Vielen Dank für das Interview!  Ich freue mich schon auf die nächste Portion Harmonie!

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